Chronik

Kurzchronik

Johanne Marie Schmidt, 1873 in Chemnitz geboren, verzog im jugendlichen Alter nach Plauen und wurde dort apostolisch. Nach ihrer Rückkehr im Jahr 1895 erzählte sie so vielen von ihrem neuen Glauben, dass Amtsträger aus Plauen, Zwickau und Greiz nach Chemnitz kamen, um erste Gottesdienste in verschiedenen Wohnungen abzuhalten. 1897 gibt es schließlich den ersten urkundlichen Nachweis einer apostolischen Gemeinde mit 43 Gläubigen im Kirchenbuch. Mit wachsender Mitgliederzahl wurden die Wohnungen zu klein und es mussten Räumlichkeiten angemietet werden. 1930 konnte die immer größer werdende Gemeinde geteilt werden: in Chemnitz-West, Theunertstraße 6 (Hintergebäude) und Chemnitz-Süd Wiesenstraße 24 (Hofgebäude). Letztere erhielt nach mehreren Umzügen eine Versammlungsstätte in der Lutherstraße 67 (Hintergebäude).

Beide Gottesdienststätten wurden während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Fortan konnten nur noch Stubengottesdienste bei Gemeindemitgliedern durchgeführt werden, deren Wohnungen unbe­schädigt geblieben waren.

Nach dem Krieg wurden die alten Gebäude in Eigenleistung mit Materialien, die man selbst aus den Trümmern der Stadt bergen konnte, mühsam wieder hergerichtet. Umso bemerkenswerter, dass 1948 die Räumlichkeiten der Gemeinde West neu geweiht wurden. Im Stadtteil Siegmar wurden ab 1946 ebenfalls Gottesdienst abgehalten; 1951 entstand hier eine selbstständige Gemeinde.

Bereits seit Kriegsende gab es viele Bemühungen, ein eigenes, großes Kirchengebäude errichten zu dürfen. Dazu wurden auch zwei Grundstücke erworben. Aber ein Kirchenneubau in einer sozialistischen Großstadt war schier unmöglich. Ende der 80er Jahre stellte die Stadt doch einen Bauplatz zur Verfügung, nicht zuletzt deshalb, weil das Kirchengebäude mit Devisen bezahlt werden sollte. Allerdings durfte diese Kirche nicht das Stadtbild prägen! Als Bauplatz diente der ehemalige Lagerplatz des städtischen Straßenwesens, Erdmannsdorfer Straße 57, am Ende eines Wohngebietes. Zunächst musste in Eigenleistung eine Trafo-Station errichtet werden, da die Stromkapazität des Wohngebietes seine Grenze erreicht hatte. Außerdem war das Erdreich durch ver­grabene Teerfässer und ausgelaufenen Teer so stark kontaminiert, dass ein kompletter Erdaustausch erforderlich wurde. Mithin verzögerte sich der Baufortschritt und die Kosten stiegen.

Ostern 1993 konnte endlich das neue Kirchengebäude geweiht werden. Gleichzeitig wurden alle drei Stadtge­meinden zu einer vereint. Laut Statistik hatten diese am 31. Dezember 1992 folgenden Mitgliederstand:

Chemnitz-West:      320
Chemnitz-Süd:        178
Chemnitz-Siegmar: 106

Kirchenneubau - Richtfest - Einweihung