Drei-Tage-Reise der 60plus Gruppe
vom 07. bis 09. Mai 2018 nach Suhl

Unter dem Motto "Kunst und Handwerk des Thüringer Waldes" erlebten die Teilnehmer interessante und sehr schöne Tage mit Nachhaltigkeit:

Gemeinschaftspflege - "Bilderbuch-Wetter" - kulinarisches Programm - viel Sehens- und Wissenswertes.

Fazit von Teilnehmern: "Es gab nichts, aber auch gar nichts, was hätte besser sein können."  

Im Sommer 2017 wurde eine Reise der 60plus Gruppe in den Thüringer Wald für das Jahr 2018 geplant. Die Reise hatte den Titel "Kunst und Handwerk des Thüringer Waldes". Am Montag, 7. Mai 2018 um 8:30 Uhr bestiegen wir den Bus der Firma Döhler.

Es war eine entspannte Fahrt, mit einer kurzen Kaffeepause an der Raststätte "Eichelborn" kurz vorm Erfurter Kreuz. Anna Sophia assistierte unseren Fahrer Jens nicht nur beim Kaffee zubereiten, sondern war auch unsere Reiseleiterin. Viel Interessantes erfuhren wir im Verlauf der Fahrt, z.B. über das Altenburger Land, Gera, Teufelstalbrücke beim Hermsdorfer Kreuz, Jena, Erfurt sowie über die neue Autobahntrasse über und unter dem Thüringer Wald und deren fast parallel verlaufenden neuen ICE Trasse Berlin München. Gegen 12 Uhr kamen wir am Bahnhof Rennsteig (Schmiedefeld) an, um im dortigen Restaurant Gleis 1 unser vorbestelltes Mittagessen einzunehmen. Klassisch Thüringisch: Bratwurst, „Röstbrätel“ - auch Roulade mit Klößen waren der Renner.

Gestärkt fuhren wir weiter zur Glasbläserei Ehrhardt in Schmiedefeld. Eindrucksvoll zeigte uns Herr Ehrhardt, wie die Kunstwerke aus Glas, wie Tiere, Vasen, Weihnachtsdeko u.v.m. entstanden. Unsere Feststellung: Ein sehr warmer Arbeitsplatz und auch anstrengend - bedingt durch das kräftige Blasen in den erhitzten Glaskörper. Manches Kunstwerk wurde noch käuflich erworben. 

Nun ging es weiter zum Ringberghotel Suhl. Gegen 15 Uhr waren wir angekommen. Eine Mitarbeiterin des Hotels überreichte uns die Zimmerschlüssel, gab noch ein paar wichtige Hinweise und nun konnten wir die Zimmer beziehen. Doch schnell traf man sich auf der Hotelterrasse wieder. Bei dem super Wetter war es einfach angenehm im Freien Kaffee zu trinken, Eis zu essen oder ein kühles Bierchen zu genießen. Wir hatten ja Halbpension plus. Um 18:30 Uhr fanden wir uns in dem für uns reservierten "Karin Roth" Saal zum Abendessen ein. Danach saßen wir noch sehr lange beieinander, um Gemeinschaft zu pflegen.

Für den Dienstag, 8. Mai, stand vormittags das Kloster Veßra auf dem Programm. Nach einem guten reichhaltigen Frühstück ging die Fahrt nach Veßra, einer Gemeinde im Landkreis Hildburghausen im fränkisch geprägten Süden von Thüringen. Im Klostergelände Veßra angekommen, wurden wir von einer Mitarbeiterin begrüßt und über das weitläufige Areal des ehemaligen Prämonstratenser Klosters geführt. In dem von einer Mauer umgebenen etwa sechs Hektar großen Klosterhof ragt die Ruine der Klosterkirche St. Marien auf, dem bedeutendsten romanischen Baudenkmal im Gebiet zwischen Rhön, Grabfeld und Rennsteig. Um die Klosterruine gruppieren sich weitere Gebäude der ehemaligen Klosteranlage wie die Torkapelle, die Klausur und ein Rest des Kreuzgangs. Die Gründung des Klosters geht auf den Hennebergischen Grafen Gotebold II. († 1144) und seine Ehefrau Liutgard zurück. 1138 wurde die Stiftskirche durch Otto von Bamberg geweiht. Das Wappentier der Grafen von Henneberg lief uns mehrfach über den Weg: der Schwarze Hahn. Nach ausgedehntem Rundgang begaben wir uns in das Café am Klostergarten und ließen uns von den vorbestellten Mittagsmahl und flüssigen Köstlichkeiten verwöhnen.

Nachmittags stand Suhl auf dem Programm. Im Stadtzentrum angekommen, teilten wir uns auf. Je nach Interesse ging es ins Fahrzeugmuseum bzw. ins Waffenmuseum. Die Simson Werke sind für viele noch ein Begriff. Dass man dort auch Autos baute, war manchem nicht bekannt. Mancher "Oldtimer" konnte bestaunt werden und es kam so manche Jugenderinnerung wieder. Sei es die legendäre AWO oder Schwalbe, Star und wie sie alle heißen.

Im Waffenmuseum wurde uns die Herstellung von Jagdwaffen, aber auch der Sportwaffen, besonders der Biathlongewehre anschaulich erläutert. Dies erforderte hohe Handwerkskunst, denn viele Waffen sind auf die nutzende Person abgestimmt. Für den Schaft eines Gewehres wird Türkischer Walnussbaum verwendet – dieses Holz ist temperaturstabil, relativ leicht und teuer. Der Lauf ist hochwertiger Stahl. Aber auch Einzelanfertigungen für "hohe Herren " wurden gezeigt, kunstvoll verziert und sehr preisintensiv. Aber auch die kleine Damenpistole für die "feine" Dame zog den Betrachter in seinen Bann.

Die Wärme machte uns etwas zu schaffen, so wurde einstimmig beschlossen zurück auf den Ringberg zu fahren, und um dort auf der schönen Terrasse den Nachmittag ausklingen zu lassen. Nach reichlichem Abendbrot saß man in trauter Runde wieder zusammen, um zu "quatschen" was jedem gut tat. Natürlich wurde noch manch guter Tropfen getrunken.

Am Mittwoch, dem 9. Mai, hieß es nach dem Frühstück alles packen und Abschied zu nehmen vom Ringberg. Die Fahrt ging nach Oberhof, einem wohl sehr bekannten Wintersportort Thüringens. Am Busbahnhof erwartete uns schon Herr Gerhard Köhler, der uns für die nächsten 2,5, Stunden die Sportstätten Oberhofs zeigte. Herr Köhler war selbst Biathlonsportler sowie Wettkampfrichter bei Weltmeisterschaften und Olympia. In heiterer, lustiger Art erklärte er uns die Geschichte des Wintersports und seinen Werdegang von Oberhof. Zuerst fuhren wir zur Bobbahn. Aufbau und Wettkampfmöglichkeiten wurden erläutert. Dann sahen wir die alte Schanzenanlage und das weithin sichtbare Panoramahotel Oberhof. Anschließend fuhren wir zur Skihalle, dort gingen wir hinein, erfuhren Interessantes zum Aufbau und Größe der Anlage.

Für Freizeit- und Leistungssportler wurden auf 10.000 Quadratmetern anspruchsvolle, wetterunabhängige Langlauf-Bedingungen geschaffen. Ob Loipen, Steigungen, Kurven oder Abfahrten - die verschiedenen Streckenführungen sind dem natürlichen Geländeverlauf angepasst. Die Temperatur beträgt konstant – 4° C. Nach dem frostigen Highlight ging die Fahrt weiter zu der neuen modernen Schanzenanlage. Nach kurzem Stopp wurde noch das hochmoderne Biathlonstadion angeschaut. Dies wurde eigens für die Weltmeisterschaften als "Rennsteig-Arena“ errichtet und bietet ca. 12.000 Zuschauern Platz. Die heitere Art, verbunden mit vielen wissenswerten Erläuterungen des Herrn Köhler, ließ die Zeit wie im Fluge vergehen. Nun hieß es „Mittagszeit“ und etwas essen. Die neben dem Biathlonstadion befindliche "Thüringer Hütte" konnte dem Hunger und Durst Abhilfe verschaffen. Wie immer in Thüringen: Essen ist immer gut.

Nachdem alle gesättigt waren, ging die Fahrt weiter nach Weimar. Wir statteten unserer dortigen Kirche einen Besuch ab. Freundlich wurden wir vom Seniorenbeauftragten und weiteren Brüdern und Schwestern auf das Herzlichste begrüßt. Die Tische waren gedeckt und es wurde erstmal Kaffee getrunken. Man tauschte sich aus und lernte sich somit schnell kennen und schätzen. Nun ging es in den Kirchensaal, um die Erläuterungen des Architekten, Bruder Reimann, der Kirche zu lauschen. Man merkte schnell, dass die Kirche sehr dem Bauhaus Stil angepasst ist. Gerade Linienführung, klare Kanten - kein Wunder -  in unmittelbarer Nachbarschaft entsteht das Bauhausmuseum. Die Gestaltung des Baukörpers folgt den Prinzipien des Bauhauses. Es wurde hoher Wert auf den minimalistischen Einsatz von unterschiedlichen Materialien und der Materialästhetik von handwerklich hergestellten Bauteilen gelegt. Neben dem Kirchensaal mit Empore, die zusammen 166 Sitzplätze bieten, umfasst das Gebäude mehrere Nebenräume mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Unser Andreas stellte noch kurz die Orgel vor, ein Werk des Orgelbauers Georg Wünning aus Großolbersdorf. Eine Strophe des Liedes "Nun danket alle Gott" wurde gemeinsam gesungen. Ein bewegender Moment war, als Eberhard unserem Andreas einen Dank aussprach für die schönen Erlebnisse der Reise. Auch die Weimarer bedankten sich herzlich für den Besuch. Andreas sprach noch ein Gebet, wobei er besonders für einen unserer Reiseteilnehmer bat, welcher leider bereits Montagnacht ins Krankenhaus nach Suhl gebracht werden musste. Er konnte am drauffolgenden Tag entlassen werden und nach Chemnitz zurückkehren.

Gegen 16 Uhr traten wir dankbar für eine schöne Zeit die Heimreise nach Chemnitz an. Pünktlich um 18:30 Uhr trafen wir in Chemnitz ein. Es waren schöne und erlebnisreiche Tage, die Pflege der Gemeinschaft hatte dabei oberste Priorität.