Ein besonderes Ostern

Der Wunsch der Chemnitzer Gemeinde, das diesjährige Osterfest möge etwas Besonderes werden, hat sich erfüllt. Zusammen mit Freunden und Gästen erlebten die Gläubigen einen Gottesdienst in einer feierlichen Atmosphäre. Zu all dem sorgten die Sonnenstrahlen in der Natur für wohltuende Wärme und Wohlbefinden.

Zum diesjährigen Ostergottesdienst hatte die Gemeinde auf vielfältige Weise eingeladen. Neben persönlichen Einladungskarten und -briefen war auch eine Anzeige in der örtlichen Tageszeitung sowie eine Leuchtwerbung in der Innenstadt von Chemnitz genutzt worden. Der Vorsteher hatte außerdem eine kleine Osterüberraschung angekündigt, die für alle Besucher, insbesondere die Kinder, nach dem Gottesdienst vorbereitet war.

Am Ostermorgen strömten bis kurz vor Gottesdienstbeginn viele Besucher in das Gotteshaus. Der Chor zog die Zuhörer schon vor dem Gottesdienst mit dem Kanon „Christ ist erstanden“ in seinen Bann. Beim Vortrag hatten Teile des Chores an verschiedenen Plätzen im Kirchenraum Aufstellung genommen. So erfüllten die gesungenen Auferstehungsrufe die gesamte Kirche. Auch der weitere Verlauf des Gottesdienstes wurde musikalisch durch den Chor, die Instrumentalisten und den Kinderchor mitgestaltet.

Der Vorsteher, Hirte Heiko Schreiter, begrüßte mit herzlichen Worten die 378 Gottesdienstbesucher, darunter 24 Gäste. Anschließend wiederholte er den Ostergruß in russischer Sprache, um auch die in Deutschland lebenden Geschwister und Gäste aus dem russischen Sprachraum auf besondere Weise zu erreichen.

Nach der Lesung des Ostergeschehens aus Johannes 20, 1-10, 19-23 erlebte die Gemeinde die Wortverkündigung. Diese stand unter dem Bibelwort Johannes 20, 19.20:

"Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen."

In der Predigt wurde deutlich, dass die Auferstehung Jesu ein Wendepunkt war, der den Weg aus Sünde und Hoffnungslosigkeit zu Gott eröffnete. Die Bibel berichtet, dass die Jünger Jesu sich aus Furcht zurückzogen, die Türen verschlossen und keinen Mut mehr hatten, nach „draußen“ zu gehen. Sie hatten „abgeschlossen“ – nach innen und außen. Heute mag es manchen Christen geben, der sich in seinen Verhältnissen ähnlich verhält, der sich zurückzieht, keinen Mut mehr hat und hoffnungslos in die Zukunft sieht.

Als Jesus sich damals trotz verschlossener Türen seinen Jüngern zeigte, setze er für sie einen Wendepunkt. Er rüstete sie mit Heiligem Geist aus, gab ihnen Frieden, neue Hoffnung und Mut. Das kommt insbesondere in dem Satz des Bibelwortes zum Ausdruck: „Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.“

Heute spricht Jesus zu uns: „Ich bin dein Bruder, ich bin mit dir, ich helfe dir!“ Lassen wir ihn in unsere Seele, damit er uns stärken und mit neuer Kraft erfüllen kann. Daraus entsteht Dankbarkeit für das, was Gott getan hat.

Ein Grund mehr zur Freude war vor der Feier des Heiligen Abendmahles die Spendung des Sakramentes der Heiligen Wassertaufe für den kleinen Simon. Er war eigens dafür mit seinen Eltern aus der neuen Wahlheimat Schweiz zurück „nach Hause“ gekommen.

Nach dem Gottesdienst hatte der „Osterhase“ ganze Arbeit geleistet: Für jedes Kind waren "Überraschungseier" auf dem Kirchengelände versteckt. Die Erwachsenen konnten sich bei sommerlichen Temperaturen mit einem Eis erfrischen.

Gesprächen in der Familie, im Freundeskreis und mit Gästen haben nach dem Erleben des Ostergottesdienstes zur Freude und Gemeinschaft beigetragen.

So könnte dieser Tag für manch einen auch ein „Wendepunkt“ gewesen sein.

M.We./M.W. (Fotos: St. B./M. We./J. L.)