Konfirmandenunterricht auf der Wartburg

Die Konfirmanden der Gemeinde Chemnitz besuchten am 01.09.2018 die Wartburg und das Lutherhaus in Eisenach.

Ein Thema unserer Unterrichtes ist die Bibel. Damit untrennbar verbunden ist der Name Martin Luther. Aus diesem Grund machten wir uns am Samstag zunächst auf den Weg zur Wartburg und anschließend zum Lutherhaus in Eisenach um etwas über den Kirchenreformator zu erfahren und zu erleben.

In einer Führung durch die Räume der Wartburg erfuhren wir viel über die Geschichte der Burg und das Leben darin zu damaliger Zeit.

Martin Luther übersetzte hier, sozusagen inkognito als Junker Jörg, das Neue Testament der Bibel vom Griechischen ins Deutsche. Und zwar in eine einfache und für alle Bevölkerungsschichten verständliche Sprachweise. Damit wurde ihr Inhalt viel mehr Menschen zugänglich gemacht. Diese Übersetzung kennen wir alle als die Lutherbibel. Der bescheidene Raum, nur mit wenig mehr als Schreibtisch und Stuhl ausgestattet, in dem Martin Luther auf der Wartburg dieses Werk vollbracht hat, ist heute als Lutherstube zu besichtigen.

Nach unserem Burgrundgang, stärkten wir uns mit einer echten Thüringer Bratwurst vom Grill und weiter ging es hinunter nach Eisenach.

Im dortigen Lutherhaus erlebten wir als „Schüler“ eine Unterrichtsstunde wie in der Lateinschule St. Georgen, die Martin Luther als Fünfzehnjähriger hier drei Jahre besuchte. Er gehörte damit zu den älteren „Haufen“, wie die Klassenstufen damals benannt wurden. Es gab in dieser Schule aber auch schon fünfjährige Schüler. Und auch diese mussten den ewig langen Schultag mit 8 bis 9 Stunden und nur einer Pause aushalten! In einer Lateinschule durfte natürlich nur Latein gesprochen werden, selbst in der Pause. Wer sich nicht daran hielt und verpetzt wurde, musste sogar Schläge ertragen. Den einzig schulfreien Sonntag verbrachten die Schüler zur Unterstützung der Messe mit Gesang in der Kirche. Und den Inhalt der Messe mussten sie in Folge im Unterricht inhaltlich wiedergeben können. Auf Latein, versteht sich natürlich.

Unser gestrenger „Magister(in)“ hat uns den Schulalltag sehr bildhaft erklärt und erleben lassen. Wir alle hatten schon unsere große Mühe, Fragen mit ganzen Sätzen zu beantworten und uns nicht eher wieder zu setzen als erlaubt! Das Lied „Alle Vögel sind schon da“ haben wir auf Lateinisch gesungen. Ganz schön sperrig diese Sprache…

Nach dem gestrengen, aber für uns alle beeindruckenden Lateinschulerlebnis, gab es als Belohnung ein grandioses Eis aus selbstgebackenen Waffeln nach Wahl in der Eismanufaktur am Markt. Hmmh!!

So zufrieden, und auch froh, kein Lateinschüler des 15./16. Jahrhunderts sein zu müssen, haben wir den Heimweg angetreten.

Ein schöner Tag für uns alle.