Letzter Gottesdienst des Apostel Wittich in Chemnitz

Sowohl mit Vorfreude als auch ein wenig Wehmut empfing die Gemeinde Chemnitz am Sonntag, den 18. Januar 2026 Apostel Ralph Wittich.

Zum letzten Mal in seiner aktiven Amtstätigkeit besuchte der Apostel die Gemeinde Chemnitz. Auch Gläubige umliegender Gemeinden waren gekommen, um den festlichen Gottesdienst miteinander zu erleben.

Als Basis für diesen Gottesdienst verwendete der Apostel die Bibelstelle:

Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Dieser ist’s, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er offenbar werde für Israel, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser.
(Johannes 1, 29-31)

Diese Worte aus der Bibel beschreiben die Situation, als Johannes auf Jesus trifft und er als Prophet sofort begreift, mit wem er es zu tun hat. Nämlich mit dem Messias. In seinen Worten: „... das der Welt Sünde trägt“ nennt Johannes nur die Einzahl. Nicht die individuelle Sünde ist gemeint, sondern die Trennung zwischen Gott und Mensch, also die große Sünde der Welt. Der Apostel bezog sich in seiner Predigt auf das Original der Bibel. Darin steht, dass Jesus diese eine große Sünde nicht nur trägt, sondern vielmehr wegträgt. Damit nimmt Christus die Sünde weg. Durch seinen Opfertod, die nachfolgende Auferstehung sowie Himmelfahrt wird die Kluft der Trennung aufgehoben.

In unseren aktuellen Alltag übertragen bedeutet das, dass Jesus sich allen Menschen offenbart. Er macht deutlich, dass ihm niemand zu viel oder zu niedrig ist, keiner ist ein zu großer Sünder, als dass Jesus Christus sich nicht den Menschen zuwenden würde. Die Bedeutung für uns Christen liegt darin, Sinn und Wesen Jesu anzunehmen und unseren Mitmenschen gegenüber zugewandt und vorurteilsfrei zu handeln, auch wenn dies oft herausfordernd oder gar zumutend sein kann. Wichtig ist, dem Tempo und Lärm der aktuellen Zeit das Wohltuende entgegenzusetzen. Das gelingt, weil wir Christen einen hoffnungsvollen, Zuversicht vermittelnden Fokus haben. Wir selbst können die Welt zwar nicht retten – dies kann nur Christus –, aber durch die Aussagen und die Klarheit des Evangeliums haben wir eine Führung.

In seinem Predigtbeitrag stellte der Bezirksvorsteher, Bezirksevangelist Heiko Schreiter, unsere Stärke als Christen heraus. Warum sind wir stärker? Weil Christus uns an seiner Hand hält. Als unser Vorbild ist er jederzeit an unserer Seite. Dieses Bewusstsein ist es, was uns stark macht.

Bevor das Heilige Abendmahl im Gottesdienst gefeiert wurde, bat Apostel Wittich den kleinen Oskar mit seinen Eltern an den Altar, um ihn zu taufen. Das ist die erste Gnadenmitteilung, die Gott an einen Menschen sendet, so der Apostel in seiner Ansprache. Mit der Taufhandlung schenkt Gott Zuwendung. So wie Eltern über den Schlaf der Kinder wachen, beugt sich Gott über jeden Menschen. Es ist sogleich eine Absage an Satan, denn es tritt ein Herrschaftswechsel ein; von Gebundensein in die grenzenlose Freiheit des Glaubens.

Im Weiteren bat der Apostel auch Eltern an den Altar, deren Kinder das Sakrament der Heiligen Versiegelung erhalten sollten. Gott selbst schenkte damit allen sieben Kindern Anteil an seinem Wesen und begründete die Gotteskindschaft.

Nachdem der letzte Ton verklungen war, dankte der Gemeindevorsteher dem Apostel für seine Amtstätigkeit und übermittelte ihm beste Wünsche für seinen anstehenden neuen Lebensabschnitt. Der Chemnitzer Vorsteher drückte aus, was viele empfinden: Der Apostel ist ein Freund, der immer zuhört und da ist. Und der gerne mal wieder in Chemnitz vorbeischauen kann.