Wenn Gott das nächste Chorlied aussucht …

Am vergangenen Sonntag fand wieder einmal vor dem Gottesdienst eine Chorprobe statt. Mit neun Sängern waren wir dabei fast vollzählig und konnten vierstimmige Lieder üben. Die Grundlage der Predigt bildete der Vers „Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ aus Lukas 10, 20. Passende und bekannte Lieder für den Gottesdienst aus unserem Chorbuch zu finden ist nicht immer einfach, doch merkt man immer wieder die lenkende Hand des Heiligen Geistes dabei, was meine Aufgabe als Chorleiterin ziemlich spannend macht.

In Vorbereitung auf diesen Sonntag fielen mir beim Blättern durch das Chorbuch vier eher ältere Lieder ins Auge, die von einigen Chorsängern bereits seit Jahrzehnten gesungen wurden. Keines davon hatten wir in den letzten Jahren gesungen. Ich staune dabei immer wieder, dass manche Lieder auf Anhieb auch nach Jahren der Vergessenheit (durch die Chorleiterin 😊) chorisch gesungen werden können. Das Lied Nr. 368 – ein ebensolches in den letzten Jahren unbesungenes Stück – lief gut und landete schlussendlich auf der Reserveliste, sollten mehr als 3 Chorlieder benötigt werden.

Es sollte anders kommen. Die Predigt, geleitet von unserem Bezirksvorsteher Heiko Schreiter, unterstrich den Bibelvers in vielfältiger Weise. Während der Predigt entschied ich mich kurzerhand, die Liedreihenfolge zu ändern und als nächstes Lied das vormalige Reservelied anzustimmen. Es schien mir nun besser zu passen. Die Hauptpredigt endete kurz darauf in etwa mit folgenden Worten: „… eines unserer Chorlieder beschreibt es so passend: O selig, o selig, ein Gotteskind zu sein. – Aber ich weiß gar nicht, ob das Lied in der neuen (mittlerweile auch 20 Jahre alten) Chormappe noch vorhanden ist.“

Ja, ist es. Es ist nämlich genau dieses Lied Nummer 368, das heute frisch entstaubt aus der alten Liederkiste ahnungslos herausgeholt wurde und, just von der Reservebank befördert, nun aufgeschlagen auf meinem Schoß lag. Der Refrain lautet wie folgt: Lasst uns jauchzen, lasst uns singen von der Liebe, die kein Ende find’t; lasst es freudig in der Welt erklingen, wie so selig Gotteskinder sind. O selig, o selig ein Gotteskind zu sein!“

Auch die Sänger erkannten, was gerade passiert war und die Freude, die in dem Lied ausgedrückt wird, war deutlich spürbar.

Jetzt mal ehrlich, solche Momente sind einfach wundervoll und lassen uns spüren, dass der Heilige Geist im Gottesdienst in der Predigt und auch durch die Musik wirkt. Ja, Gott ist da, du kannst ihn Vater nennen und Jesus nachfolgen. Die Freude darüber, Gottes geliebtes Kind zu sein, kann dir niemand nehmen.